Der Weg
Immer nah dran – an echten Projekten, echten Menschen und echten Konsequenzen
Nach dem Studium bin ich tief in die Welt der IT-Transformationen eingetaucht. Bei Deloitte und Accenture habe ich große Digitalisierungsprojekte begleitet und Sicherheitsstrategien für ganze Verwaltungen entwickelt. Bei der Deutschen Börse Gruppe habe ich Vorstände zu Informationssicherheit beraten, auf höchstem regulatorischem Niveau. Danach habe ich bei kobaltblau komplexe IT-Sourcing-Prozesse mit verantwortet, von der Ausschreibung bis zum Management ganzer IT-Services für global agierende Unternehmen. Heute ist minzox mein Spielfeld.
Nebenbei ist dabei etwas entstanden, das in keinem Lebenslauf auftaucht. Eine umfangreiche Sammlung von Führungsstilen. Manche waren nah dran, andere kaum greifbar. Manche haben genau gesehen, was jemand kann, andere haben sich stärker am Lebenslauf orientiert. Dabei wurde mir klar, dass Führung sich selten an der Methode entscheidet, sondern daran, wie klar jemand über die eigene Wirkung ist. Wer das für sich geklärt hat, führt anders - ganz unabhängig vom Stil. So unterschiedlich die Führungsstile auch waren, so konnte ich dennoch von Jedem etwas lernen.
Und ich habe selbst Projektteams sowie verteilte Dienstleister geführt. Es gab Situationen, in denen meine Entscheidung das Wochenende anderer Leute bestimmt hat. Ich weiß deshalb aus erster Hand, wie sich der Rollenwechsel anfühlt, wenn der Kalender noch der alte ist und die Verantwortung schon die neue.
Das Muster
Gute Führung sieht überall anders aus und funktioniert überall gleich
Wenn man so viele Stile durchlebt hat, fängt man an, das Gemeinsame zu sehen. Die guten Führungskräfte, die ich hatte, waren untereinander völlig verschieden. Laut oder leise, nahbar oder distanziert. Was sie teilten, war eine Balance, die die Forschung seit Jahrzehnten bestätigt. Sie waren warm und fordernd zugleich. Sie gaben Sicherheit als Startrampe und trauten einem dann Aufgaben zu, die eine Nummer zu groß wirkten. Und ihre Unterstützung hatte ein eingebautes Verfallsdatum. Sie machten sich Stück für Stück überflüssig, statt sich unentbehrlich zu halten.
Seit ich Vater bin, sehe ich dieselbe Balance jeden Tag zuhause. Ein Kind wächst an wenigen Grenzen, die verlässlich gelten und an ehrlichem Zutrauen dazwischen. Zu viel Absicherung fühlt sich fürsorglich an und nimmt trotzdem genau die Erfahrungen, aus denen Selbstvertrauen entsteht. Die Parallele hat jedoch eine klare Grenze. Mitarbeiter sind Erwachsene, ein Team ist keine Familie. Die Verhaltensmuster dahinter sind trotzdem dieselben. So entsteht mein Anspruch - führen mit der Sorgfalt guter Eltern und der Ehrlichkeit eines Profiteams.
Und noch etwas lernt man beim Elternsein. Der Geschmack vererbt sich über Leitplanken und Vorleben. Wir geben die Richtung mit und lassen das Kind darin seine eigenen Wege finden. Genau diese Fähigkeit wird im KI-Zeitalter zur Führungsaufgabe. KI hebt alle auf ein ähnliches Niveau und zieht alles in dieselbe plausible Mitte. Was ein Team dann noch unterscheidbar macht, sind Urteilsvermögen und Geschmack. Beides entsteht über Leitplanken, die eine Führungskraft bewusst setzt und selbst vorlebt.